Die Vermessung der Zukunft – zu Apokalyptik und den letzten Dingen

Beitrag von Prof. Dr. Ulrich Körtner

Welche Vorstellungen hat die christliche Theologie von der Zukunft? Die Anfängen des Christentums waren durch sehr starke Zukunftserwartung bestimmt. Es gab die Vorstellung einer baldigen Wiederkunft des auferstandenen Herrn. Die Zukunft war also eng verknüpft mit der Auferstehung Jesu Christi und der Erwartung, dass damit das Ende der Welt angekündigt sei. Die Apokalyptik war ein beredtes Zeugnis, dass die Erfahrungen ihrer Gegenwart in großem Widerspruch zu den Hoffnungen der ersten Christinnen und Christen auf eine ganz andere Zukunft standen. In den folgenden Jahrhunderten nahmen die Endzeiterwartungen ab, sie verschwanden aber nie ganz.

Wie gehen wir heute mit den Erwartungen der „letzten Dinge“ um? Welche Hoffnungsbilder hat das Christentum, was könnte eine „Spiritualität des Wartens“ heute sein? Inwieweit kann die Unterscheidung von Dietrich Bonhoeffer zwischen dem „Vorletzten“, in dem wir leben, und dem „Letzten“ sein? Diesem Thema widmet sich der folgende Beitrag von Prof. Dr. Ulrich Körtner, ein Vortrag, den er am 20. November 2024 in einer Veranstaltung hielt, die in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Villigst stattgefunden hat.

 

Univ.-Prof. Dr. DDr. h.c. Ulrich Körtner. (c) Universität Wien

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Prof. Dr. Ulrich Körtner, Institut für systematische Theologie der Universität Wien, hat sich immer wieder zu politisch relevanten Themen aus theologischer Sicht geäußert. Schwerpunkte sind die Bioethik, die Umweltethik, die Rolle der Moral in der Politik und auch die Diskussionen der Bilder der Zukunft. Zu seinen Veröffentlichungen gehört unter anderem das Buch „Die letzten Dinge“.